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Die Wirkung des Kaffees auf unseren Körper |
Die Wirkung des Kaffees auf unseren Körper
Wie wirkt das Koffein im Körper? Macht Kaffee wirklich wach. Und kann man sich durch den Genuß von Kaffee wirklich besser konzentrieren?
Eine der Hauptwirkungen des Pflanzenstoffs Koffein ist es, beim Menschen Abspannung, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche zu beseitigen.
Koffein gelangt sehr schnell in die Blutbahn und wirkt dann auf das zentrale Nervensystem. Hier greift es in einen komplizierten Kreislauf ein, der an der Regelung unserer Wach- und Ruhephasen beteiligt ist.
Wenn wir wach sind und arbeiten, sind unsere Nervenzellen hier die ganze Zeit sehr aktiv. Sie verbrauchen Energie und schicken durch Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter, Informationen hin und her. Als Nebenprodukt entsteht hierbei in der Zelle eine Substanz namens Adenosin. Ab einer bestimmten Konzentration treten Moleküle dieses Stoffes aus dem Zellkörper aus und gelangen in den freien Raum zwischen den Nervenzellen. 
Am Zellkörper befinden sich aber auch bestimmte Rezeptoren als Andockstellen für die Adenosin-Moleküle. Hier setzen sie sich wieder fest. Das löst in der Zelle eine Reihe von Veränderungen aus. Insbesondere werden wichtige Botenstoffe nicht mehr produziert und die Signalübertragung von einer Nervenzelle zur anderen wird vermindert: Die Zelle "feuert" langsamer.
So sorgt das Adenosin dafür, daß die Nervenzellen sich nicht überanstrengen, sondern sich immer in einem gewissen Gleichgewicht entladen und ausruhen. Wenn wir müde, unkonzentriert oder schläfrig werden, ist auch der Adenosinspiegel zwischen den Nervenzellen erhöht.
Wer aber dieses sich selbst regulierende System überlisten will, der nimmt bei Müdigkeit Koffein zu sich, meist in der Form von Kaffee. Die chemische Struktur des Koffeins (die Purinbase) ist der des Adenosins ähnlich. Der Rezeptor hält die Koffein-Moleküle für Adenosin und erlaubt ihnen, sich anstelle des Originals festzusetzen. Dadurch sind die Rezeptoren für das Adenosin eine Zeitlang blockiert - die Beruhigung der Zelle fällt aus, sie "feuert" weiter.Bei einer mäßigen Koffeinmenge ergibt dies eine mild anregende Wirkung: Die Aufmerksamkeit wird erhöht, die Konzentrationsfähigkeit nimmt wieder zu, die Stimmung steigt.
Koffein gilt als eine Substanz, die die Leistung steigert. Aber es steigert nicht die Intelligenz, sondern nur die genannten indirekten Faktoren. Es gibt bei komplexeren Aufgaben sogar den gegenteiligen Effekt: Man tut sich schwerer mit dem Lösen kniffliger Denkaufgaben und bei Arbeiten, die eine gut abgestimmte Feinmotorik verlangen.
Bei längerem Gebrauch gibt es allerdings auch eine Gegenreaktion auf das Koffein. Der Körper strebt nach Ausgleich für das fehlende Adenosin - deshalb, das haben Wissenschaftler herausgefunden, bilden die Nervenzellen nach einiger Zeit des Koffein-Konsums mehr Rezeptoren aus, die Adenosin aufnehmen können. Hier docken teils Koffein-Moleküle an, teils Adenosin-Moleküle. Die Folge: Wer längere Zeit die gleiche Menge Kaffee trinkt, wird weniger stark angeregt und hat meist auch keine Einschlafprobleme, wenn er noch spätabends ein Täßchen trinkt. Dieses Phänomen nennen die Wissenschaftler "Toleranz". Die Toleranz ebnet den Weg zur Sucht - aber im Vergleich zu Heroin oder Kokain ist Koffein harmlos und wird von den meisten Menschen trotz einer gewissen Abhängigkeit nicht in gesundheitsschädlichen
Mengen aufgenommen. Verzichtet ein starker Kaffeetrinker auf seine gewohnte Menge an Kaffee, kann es zu Entzugserscheinung wie Kopfschmerzen, Depressionen u.a. kommen. Doch klingen diese nach einigen Tagen wieder ab.
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