Das Alkaloid Koffein wird oft mit Kaffee in Verbindung gebracht, kommt aber auch in anderen Nahrungsmitteln wie zum Beispiel Tee, Kakao oder Kolanüssen vor. Nach der Aufnahme wird die Natursubstanz Koffein im ganzen Körper verteilt. Es erregt die Großhirnrinde sowie das Atem- und Kreislaufzentrum. Zu den Folgen der Koffeinaufnahme zählt beispielsweise eine erhöhte Wachsamkeit.
In Milchkaffee oder Cappuccino ist weniger Koffein enthalten als beispielsweise in Espresso, da es sich nur im Wasser, nicht aber in Milch vollständig auflöst.
Kaffee entfaltet seine anregende Wirkung 30 bis 45 Minuten nach dem Genuss. Der Aufputscheffekt kann bis zu fünf Stunden andauern.
Die Entdeckung des Koffeins
Auf Anregung Goethes untersuchte der Apotheker und Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge Kaffeebohnen mit dem Ziel, die wirksame Substanz im Kaffee zu finden. 1820 gelang es Runge erstmals, aus den Kaffeebohnen reines Koffein zu isolieren. Er kann somit als Entdecker des Koffeins angesehen werden. Unabhängig von Runge gelang im Jahre 1821 den französischen Apothekern Pierre Joseph Pelletier, Joseph Bienaimé Caventou und Pierre Robiquet gemeinsam ebenfalls die Isolation des Koffeins. 1832 konnten Pfaff und Justus von Liebig mit Hilfe von Verbrennungsdaten die Summenformel C8H10N4O2 bestimmen. Die chemische Struktur wurde erst 1875 von Medicus als 1,3,7-Trimethylxanthin angenommen. Die vorerst nur angenommene Struktur konnte Hermann Emil Fischer 1895 durch die erste Synthese des Koffeins bestätigen. Der Wirkungsmechanismus wurde erst im letzten Jahrhundert erfolgreich erforscht.
Der früher als Thein bezeichnete Wirkstoff im Schwarztee ist in Wirklichkeit ebenfalls Koffein.
|